Demoaufruf zum 08.03.2019

Demonstration zum internationalen Frauen*Kampftag

Freitag, 08.März 2019

Demostart: 15:30 Kaisersack

In diesem Jahr ruft das Frauen*Streik Bündnis Ffm zum Frauen*Streik-, Protest- und Aktionstag am 8. März 2019 auf.

Hier findet ihr unseren Aufruf zur Demo:

My Body. My Choice – Our* Riots. Our* Voice
Zum internationalen Frauen*kampftag werden wir laut und kämpferisch unter dem Motto: „My Body. My Choice – Our* Riots. Our* Voice“ auf die Straße gehen! Wir wollen sichtbar machen, dass Selbstbestimmung über die eigene Lebenssituation und den eigenen Körper für viele noch keine Selbstverständlichkeit ist. Denn weibliche*, queere, nicht der Norm entsprechende Menschen werden an vielen Orten, wie z.B. an Schule, Arbeitsplatz, in Bus und Bahn und sogar in ihrem Zuhause, abgewertet, ausgegrenzt und Gewalt ausgesetzt. Das verhindert, dass sie das Verhältnis zu sich und zu anderen so gestalten können, wie sie es sich wünschen. „My Body. My Choice – Our* Riots. Our* Voice“ ist eine Kampfansage: an gesellschaftliche Herrschaftsverhältnisse, an patriarchale und heteronormative Zustände, an rassistische und kapitalistische Logiken.
Lasst uns am 8. März gemeinsam für eine solidarische Gesellschaft demonstrieren, damit alle so leben und lieben können, wie und wen sie wollen!

My Body. My Choice
Wir haben die Schnauze voll von sexistischen Angriffen. Tagtäglich müssen wir uns gegen unangenehme Blicke, die ungewollte Hand auf unserer Schulter und sexistische Kommentare wehren. Oft bleibt es nicht dabei: Vergewaltigungen, häusliche Gewalt und die Angst davor sind Teil unseres Alltags. Auch in den Medien werden unsere Körper zu Objekten gemacht, indem man uns vorgibt, was als schön und begehrenswert gilt. Menschen, die dem Ideal des weißen, schlanken, nicht-behinderten Körpers nicht entsprechen, werden unter Druck gesetzt sich anzupassen oder unsichtbar gemacht. Wir fordern Widerstand dagegen, denn diese Vorstellungen finden sich nicht nur in der Mode- und Fitnessindustrie, sondern auch in regulären Lohnarbeitsverhältnissen und auch in linken, selbstverwalteten Räumen. Die aktuelle Diskussion um Schwangerschaftsabbrüche verdeutlicht nur, dass wir nicht alleine über unseren Körper entscheiden dürfen. Auch unsere Geschlechtsidentität muss nach wie vor in Kategorien passen, die realitätsfernen Geschlechtern und Geschlechterstereotypen entsprechen.

Our* Riots. Our* Voice
Riot bedeutet für uns, laut und widerständig im öffentlichen und privaten Raum sichtbar zu werden, mit all unseren Forderungen, unserer Wut und unseren inhaltlichen Auseinandersetzungen und Widersprüchen. Allzu oft werden wir auf Fürsorgearbeit reduziert, ob Zuhause oder in der Arbeit. Immer sind wir es, die sich kümmern müssen und dabei möglichst keine Ansprüche haben sollen. Ohne diese Arbeit könnte die Gesellschaft aber wohl kaum bestehen. Darum unterstützen wir die Forderungen des Frauen*streikbündnisses, das sich für die Sichtbarkeit und Anerkennung von Fürsorgearbeit und einen internationalen, anti-rassistischen Feminismus einsetzt. Lasst uns gemeinsam über (national-)staatliche, ökonomische und andere anti-emanzipatorische Grenzen entschlossen hinwegsetzen, und unsere persönlichen Grenzen umso deutlicher ziehen. Wir beziehen uns dabei positiv und solidarisch auf die politischen Kämpfe unserer Genoss*innen in Rojava, der Ni-Una-Menos-Bewegungen in Lateinamerika, die Aktion Standesamt für die dritte Option und viele andere, die sich gegen Patriarchat, Kapitalimus, Männer*bünde, Unterdrückungsregime und die ganze sexistische Scheiße zur Wehr setzen. Das bedeutet auch, dass Konflikte, Selbstkritik und Verunsicherungen innerhalb der feministischen Bewegung wichtig sind: Wir alle haben unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven, die sich in mehr als einem Feminismus ausdrücken. Gerade weil wir nicht dem Ideal des Einzelkämpfers entsprechen wollen, können wir solidarische Strukturen aufbauen, füreinander sorgen und einstehen. Queer-/feministische, emanzipatorische, antifaschistische, anti-kapitalistische und anti-rassistische Kämpfe führen wir gemeinsam! Unsere kritischen Stimmen sind viele und sie werden am internationalen Frauen*kampftag mit einer antinationalen Perspektive besonders laut auf den Straße zu hören sein. Jeder Tag ist Frauen*kampftag!

8. März Bündnis für queer-/feministische Kampftage (Ffm)

* Das Sternchen soll verdeutlichen, dass es viele unterschiedliche Geschlechter gibt und nicht nur „die Frau“ oder „den Mann“. Frauen* und Wir [our*] meint damit ein strategisches, vielfältiges und solidarisches „Wir“, das alle anspricht, die als Frau* durch diese Welt gehen. Wir wissen um die Unvollständigkeiten von Stimmen und Sichtbarkeiten auch in queer-/feministischen Kämpfen. Trotzdem und gerade deshalb leben wir kollektiven Widerstand mit all‘ unseren verschiedenen Erfahrungen, Wünschen und Begehren.