Abtreibung, reproduktive Rechte, Körperpolitiken und sexuelle Selbstbestimmung – Ein Abend zur Einstimmung auf den Internationalen Frauen*kampftag am 8. März 2018

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31.01.18 (Mittwoch) ab 19 Uhr

Lesbisch-Schwules Kulturhaus, Klingerstraße 6 (Nähe Konstablerwache)

Professorin Ulrike Lembke (FernUniversität in Hagen) berichtet über den Prozess gegen die Frauenärztin Kristina Hänel, der im November 2017 begann und den Lembke für den Deutschen Juristinnenbund beobachtet. Hänel wurde vom Amtsgericht Gießen zu einer Geldstrafe verurteilt, weil sie auf ihrer Homepage darüber informiert, dass sie Abtreibungen vornimmt. Das Gericht sieht darin einen Verstoß gegen den Paragraphen 219a des Strafgesetzbuches, der Werbung für Schwangerschaftsabbrüche unter Strafe stellt. Die Ärztin will dies – mit breiter feministischer Unterstützung im Rücken – nicht hinnehmen und bringt derzeit das Thema Schwangerschaftsabbruch und Selbstbestimmung über den eigenen Körper, die eigene Reproduktionsfähigkeit und schließlich die eigene Sexualität endlich wieder auf die politische Tagesordnung. Dies hat in Zeiten, in denen Rechtspopulisten von einem Ministerium für Bevölkerungspolitik träumen, nochmals besondere Bedeutung.

Als Einstimmung auf den Internationalen Frauen*kampftag am 8. März 2018 nehmen wir den aktuellen Prozess als Anlass alte-neue Fragen feministischer Politik zu diskutieren:

Wie sieht es mit reproduktiver und sexueller Selbstbestimmung in der Gesellschaft und im Recht aus? Wer hat Rechte gewonnen, wer wurde vergessen? Wie kann es sein, dass wir nach einem halben Jahrhundert immer noch gegen §§ 218ff auf die Straße gehen müssen? Warum und wie funktioniert die Kontrolle weiblicher und queerer Körper im öffentlichen Raum? Was können (queer-)feministische Politiken ändern – und wie vermeiden wir ihre rechtspopulistische oder neoliberale Vereinnahmung?

 

8. März Bündnis für queer-/feministische Kampftage (Ffm)

“My body my choice – Our* riots Our* voice”