FRAUEN* DIE KÄMPFEN SIND FRAUEN* DIE LEBEN

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Jeder Tag ist Frauen*Kampftag – Straßenblockade in Frankfurter Innenstadt legt Berufsverkehr lahm.

Heute morgen hat das 8. März Bündnis für queer-/feministische Kampftage die Kreuzung Bockenheimer Landstraße/Zeppelin Allee mit einer kreativen Aktion blockiert. Unter dem Motto „My Body my Choice – Our* Riots Our* Voice“ trug das Bündnis auch dieses Jahr seinen feministischen und queerfeministischen Protest auf die Straße und legte den Berufsverkehr lahm.

„Uns ging es darum den Berufsverkehr zum Erliegen zu bringen und nicht die Menschen von notwendigen und wichtigen Haus- und Fürsorgearbeiten abzuhalten“ sagte Nina Luxenburg vom Bündnis. „Darum haben wir heute morgen mit 40 Frauen, Lesben, Trans*, Nicht-Binären und Inter Personen auf den internationalen Frauen*Kampftag aufmerksam gemacht. Der Berufsverkehr steht symbolisch für die vergeschlechtlichte Arbeitsteilung im Kapitalismus.“ beschrieb Nina Luxenburg die Motive der Blockade. Nach wie vor wird ein Großteil der Haus- und Fürsorgearbeiten von als Frauen sozialisierten Personen übernommen und ist massiv abgewertet. Dies schlägt sich u.a. in schlechter Bezahlung von klassischen Frauenberufen nieder. „Die vergeschlechtlichte Fürsorgearbeit gilt als Privatsache und wird damit unsichtbar gemacht. Unsere Aktion heute morgen hatte deshalb das Ziel die Verhältnisse zu verkehren“ fuhr Nina Luxenburg fort.

Auch 2019 sind die Themen so aktuell wie eh und je. Es geht um körperliche Selbstbestimmung, um das uneingeschränkte Recht auf Abtreibung, um die Wahl und Durchsetzung der eigenen geschlechtlichen Identität, darum, wen wir wann, wo, wie Lieben wollen. Es geht darum sich geltenden Schönheitsidealen zu widersetzen und sich gegen patriarchale Strukturen zur Wehr zu setzen. Diese Strukturen haben Gewalt gegen Frauen und Mädchen zur Folge und reduzieren den weiblichen Körper auf ein Objekt der Begierde. Patriarchale Gewalt erfahren auch Trans*-, Inter-, Non-Binary-Personen und Homosexuelle, also all jene, die sich nicht in ein binäres, sich aufeinander beziehendes Geschlechtersystem einordnen lassen. Hierdurch werden die Lebensweisen und sexuellen Identitäten vieler verunmöglicht.

„Wir stehen damit Schulter an Schulter mit allen Frauen, Lesben, Trans*, nicht-Binären und Inter Personen weltweit im Kampf gegen Patriarchat und Kapitalismus. Wir stehen ein für eine Gesellschaft ohne Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Trans- und Homofeindlichkeit und jede Art der Ausgrenzung. Wir wollen ein gutes Leben für alle“ betonte Nina Luxenburg.

Demoaufruf zum 08.03.2019

Demonstration zum internationalen Frauen*Kampftag

Freitag, 08.März 2019

Demostart: 15:30 Kaisersack

In diesem Jahr ruft das Frauen*Streik Bündnis Ffm zum Frauen*Streik-, Protest- und Aktionstag am 8. März 2019 auf.

Hier findet ihr unseren Aufruf zur Demo:

My Body. My Choice – Our* Riots. Our* Voice
Zum internationalen Frauen*kampftag werden wir laut und kämpferisch unter dem Motto: „My Body. My Choice – Our* Riots. Our* Voice“ auf die Straße gehen! Wir wollen sichtbar machen, dass Selbstbestimmung über die eigene Lebenssituation und den eigenen Körper für viele noch keine Selbstverständlichkeit ist. Denn weibliche*, queere, nicht der Norm entsprechende Menschen werden an vielen Orten, wie z.B. an Schule, Arbeitsplatz, in Bus und Bahn und sogar in ihrem Zuhause, abgewertet, ausgegrenzt und Gewalt ausgesetzt. Das verhindert, dass sie das Verhältnis zu sich und zu anderen so gestalten können, wie sie es sich wünschen. „My Body. My Choice – Our* Riots. Our* Voice“ ist eine Kampfansage: an gesellschaftliche Herrschaftsverhältnisse, an patriarchale und heteronormative Zustände, an rassistische und kapitalistische Logiken.
Lasst uns am 8. März gemeinsam für eine solidarische Gesellschaft demonstrieren, damit alle so leben und lieben können, wie und wen sie wollen!

My Body. My Choice
Wir haben die Schnauze voll von sexistischen Angriffen. Tagtäglich müssen wir uns gegen unangenehme Blicke, die ungewollte Hand auf unserer Schulter und sexistische Kommentare wehren. Oft bleibt es nicht dabei: Vergewaltigungen, häusliche Gewalt und die Angst davor sind Teil unseres Alltags. Auch in den Medien werden unsere Körper zu Objekten gemacht, indem man uns vorgibt, was als schön und begehrenswert gilt. Menschen, die dem Ideal des weißen, schlanken, nicht-behinderten Körpers nicht entsprechen, werden unter Druck gesetzt sich anzupassen oder unsichtbar gemacht. Wir fordern Widerstand dagegen, denn diese Vorstellungen finden sich nicht nur in der Mode- und Fitnessindustrie, sondern auch in regulären Lohnarbeitsverhältnissen und auch in linken, selbstverwalteten Räumen. Die aktuelle Diskussion um Schwangerschaftsabbrüche verdeutlicht nur, dass wir nicht alleine über unseren Körper entscheiden dürfen. Auch unsere Geschlechtsidentität muss nach wie vor in Kategorien passen, die realitätsfernen Geschlechtern und Geschlechterstereotypen entsprechen.

Our* Riots. Our* Voice
Riot bedeutet für uns, laut und widerständig im öffentlichen und privaten Raum sichtbar zu werden, mit all unseren Forderungen, unserer Wut und unseren inhaltlichen Auseinandersetzungen und Widersprüchen. Allzu oft werden wir auf Fürsorgearbeit reduziert, ob Zuhause oder in der Arbeit. Immer sind wir es, die sich kümmern müssen und dabei möglichst keine Ansprüche haben sollen. Ohne diese Arbeit könnte die Gesellschaft aber wohl kaum bestehen. Darum unterstützen wir die Forderungen des Frauen*streikbündnisses, das sich für die Sichtbarkeit und Anerkennung von Fürsorgearbeit und einen internationalen, anti-rassistischen Feminismus einsetzt. Lasst uns gemeinsam über (national-)staatliche, ökonomische und andere anti-emanzipatorische Grenzen entschlossen hinwegsetzen, und unsere persönlichen Grenzen umso deutlicher ziehen. Wir beziehen uns dabei positiv und solidarisch auf die politischen Kämpfe unserer Genoss*innen in Rojava, der Ni-Una-Menos-Bewegungen in Lateinamerika, die Aktion Standesamt für die dritte Option und viele andere, die sich gegen Patriarchat, Kapitalimus, Männer*bünde, Unterdrückungsregime und die ganze sexistische Scheiße zur Wehr setzen. Das bedeutet auch, dass Konflikte, Selbstkritik und Verunsicherungen innerhalb der feministischen Bewegung wichtig sind: Wir alle haben unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven, die sich in mehr als einem Feminismus ausdrücken. Gerade weil wir nicht dem Ideal des Einzelkämpfers entsprechen wollen, können wir solidarische Strukturen aufbauen, füreinander sorgen und einstehen. Queer-/feministische, emanzipatorische, antifaschistische, anti-kapitalistische und anti-rassistische Kämpfe führen wir gemeinsam! Unsere kritischen Stimmen sind viele und sie werden am internationalen Frauen*kampftag mit einer antinationalen Perspektive besonders laut auf den Straße zu hören sein. Jeder Tag ist Frauen*kampftag!

8. März Bündnis für queer-/feministische Kampftage (Ffm)

* Das Sternchen soll verdeutlichen, dass es viele unterschiedliche Geschlechter gibt und nicht nur „die Frau“ oder „den Mann“. Frauen* und Wir [our*] meint damit ein strategisches, vielfältiges und solidarisches „Wir“, das alle anspricht, die als Frau* durch diese Welt gehen. Wir wissen um die Unvollständigkeiten von Stimmen und Sichtbarkeiten auch in queer-/feministischen Kämpfen. Trotzdem und gerade deshalb leben wir kollektiven Widerstand mit all‘ unseren verschiedenen Erfahrungen, Wünschen und Begehren.

Vom Frauen*streik zur 4in1-Perspektive? Das Gute Leben für Alle als konkrete Utopie gemeinsam erkämpfen!

Diskussionsveranstaltung mit Frigga Haug und dem Frauen*streikbündnis Berlin

 

Dienstag, 25. September 2018

18-20 Uhr

TITANIA in der Basaltstr. 23 in Bockenheim

 

Eine gemeinsame Veranstaltung mit:

Care Revolution Netzwerk Rhein-Main & Interventionistische Linke [iL] Frankfurt

(Link zur Facebookveranstaltung hier )

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In unserem politischen Alltag und mit unseren Aktivitäten reagieren wir häufig nur auf aktuelle Ereignisse und die politischen Entscheidungen anderer. Warum gründet unser politisches Handeln aber nicht auf unseren eigenen Vorstellungen? Wie stellen wir uns eine Zukunft vor, in der das Gute Leben für Alle Wirklichkeit ist? Im Sinne einer solidarischen Gesellschaft, als Maßstab, den wir an unsere Tagespolitik anlegen könnten, schlug Frigga Haug vor einigen Jahren die 4-in-1-Perspektive vor: Die Neuverteilung von Arbeit, die Beteiligung aller an der Gestaltung der Gesellschaft und wie es um die Verfügung eigener Zeit steht, sind zentrale Ansätze ihrer Überlegungen.

In dieser Veranstaltung stellt uns die Philosophin und Soziologin Frigga Haug die 4-in-1-Perspektive genauer vor. Dabei gibt es genügend Raum für gemeinsame Diskussionen, um gemeinsam unsere Vorstellungen zu den Einsatzmöglichkeiten von 4-in-1 für eine queerfeministische, linke Politik, auszutauschen und uns in Bewegung zu bringen. Wir laden daher alle ein, die sich mit 4-in-1 bisher noch nicht beschäftigt haben sowie auch die, die das Modell schon kennen und es in ihrem politischen Alltag bereits umsetzen oder dies gerne möchten. Denn wir müssen selbst aktiv werden, wenn wir die strukturelle Ausbeutung und Diskriminierung von Frauen* in Betrieben, in Sozialversicherungen und in privaten Haushalten verändern möchten und einer veränderten geschlechtlichen und gesellschaftlichen Arbeitsteilung und einer radikalen Verkürzung der Erwerbsarbeitszeit und einer neuen Verfügung über die eigene Lebenszeit ein Stück näher kommen wollen.

Eine konkrete Aktionsform in Richtung der 4-in-1 Perspektive und zur Weiterentwicklung feministischer Kampfformen bietet der Frauen*streik. Die Bewegung Ni una menos (Nicht eine weniger – eine Mobilisierung gegen Gewalt an Frauen) in Argentinien hatte für den 19. Oktober 2016 zum feministischen Streik aufgerufen – inzwischen haben sich feministische Bewegungen in zahlreichen Ländern angeschlossen. Zuletzt erreichten uns insbesondere die Nachrichten aus Spanien, wo sich am vergangenen Frauen*kampftag über 5 Mio. an Mobilisierungen und Aktionen beteiligten und das Land damit lahmlegten. Daher fragen wir uns bei der Veranstaltung mit Aktivist*innen aus dem Frauenstreikbündnis Berlin: Ist der hierzulande geplante Frauen*streik für den 8. März 2019 der Auftakt zu einer neuen Welle des Widerstands gegen die zahlreichen Ungerechtigkeiten von Patriarchat und Kapital? Wie lässt es sich feministisch streiken und welche Aktionen lassen sich gemeinsam planen, um in verschiedenen gesellschaftlichen Feldern den kapitalistischen Betrieb still stehen zu lassen? Und wie behalten wir dabei eine bedürfnisorientierte Gesellschaft ohne Kapitalismus und Patriarchat im Auge?

Wir haben an diesem Abend daher auch Gelegenheit zu diskutieren, welche Perspektiven ein bundesweiter Frauen*streik 2019 und darüber hinaus hat und ob Frankfurt am 8. März 2019 mit dabei ist, wenn gestreikt werden soll. Denn auch in Deutschland gibt es genügend Gründe für einen feministischen Streik. Dazu gehören die 280 Frauen, die allein 2015 und 2016 von ihren (Ex-)Partnern ermordet worden sind, die fortwährende Kriminalisierung des Schwangerschaftsabbruches, die systematische Unsichtbarmachung all der unbezahlten Sorgearbeit, die hauptsächlich Frauen* leisten und ohne die es keinen Wohlstand in unserer Gesellschaft gäbe, die zunehmende repressive Gesetzgebung gegenüber Frauen* in der Sexarbeit durch das Prostitutionsschutzgesetz sowie eine Sozial- und Bildungspolitik, die Ausschluss und Armut produziert, statt Teilhabe und ein gutes Miteinander zu fördern.

Das TITANIA als Veranstaltungsort ist für das Thema passender und aktueller denn je, hielt hier doch am 26. September 1913 Rosa Luxemburg eine leidenschaftliche Rede über “Die politische Situation und die Aufgabe der arbeitenden Klasse”. In diesem Sinne: Organisieren wir zwei, drei, viele Frauen*streiks! Women of the world – unite! kann hier heruntergeladen werden.

Der Flyer 4in1 Frauenstreik kann hier heruntergeladen werden.

 

Input und Diskussion: Über die feministischen Gegenproteste in Annaberg-Buchholz

Freitag, 10. August 2018

Beginn: 19 Uhr

Input und Diskussionsrunde zu den feministischen Gegenprotesten in Annaberg-Buchholz
im ehemaligen Polizeigefängnis Klapperfeld,
Klapperfeldstraße 5, 60313 Frankfurt am Main
mit anschließendem gemeinsamen Barabendbesuch
im Lesbisch-Schwulen Kulturhaus, Klingerstraße 6

anna-bIn Annaberg-Buchholz in Sachsen versammeln sich seit 2007 jedes Jahr im Juni
christliche Fundamentalist*innen zu einem Schweigemarsch gegen das Recht
auf Abtreibung. Auch rechte Strukturen sind hier präsent. So bestehen über die
Einflussnahme kirchlicher Einrichtungen im Erzgebirge hinaus auch
Verbindungen in die Politik. Damit öffnet sich der Schweigemarsch deutlich den
Anhänger*innen neurechter Gruppierungen, darunter der AfD. Diese mischt
sich bei dem Thema bundesweit stark ein.
Doch seit 2014 formiert sich Widerstand. Mehrere hundert Menschen
protestieren seitdem jährlich für ein selbstbestimmtes Leben und gegen die
antifeministische, homosexuellen-, trans*- und inter*feindliche Politik der
selbsterklärten Lebensschutzbewegung, die Teil eines Rechtsrucks ist, mit dem
wir uns momentan zunehmend konfrontiert sehen.
Nach einem Input und Diskussion von und mit einer Aktivistin* vom What the
fuck?!-Bündnis Berlin zu den Protesten in Annaberg-Buchholz möchten wir uns
zur queerfeministischen Vernetzung gegen fundamentalistische und rechte
Strukturen vor Ort und darüber hinaus austauschen.
Und über die Entwicklungen der letzten Jahre und Infos zum Widerstand aus
der Diskussion, möchten wir bei Cola, Wasser oder Bier mit euch darüber
nachdenken, ob und wie wir uns aus Frankfurt/Rhein-Main künftig an den
Protesten in Annaberg-Buchholz beteiligen könnten. Hierzu laden wir ein zum
gemeinsamen Besuch des Barabends um die Ecke im Lesbisch-Schwulen
Kulturhaus, Klingerstraße 6.

Vortrag: Pegida und die AfD als männliche Resouveränisierung

Mittwoch, 28. März 2018
19-22 Uhr
Vortrag: Pegida und die AfD als männliche Resouveränisierung
Referent: Philipp Berg
Veranstaltung der feministischen Wochen
im Centro Frankfurt, Alt-Rödelheim 6

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Auf Basis von narrativen Interviews werden psychoanalytisch-sozialpsychologische Überlegungen darüber vorgestellt, wie und warum gerade vor dem Hintergrund zunehmed obsolet gewordener hegemonialer Männlichkeitsentwürfe ein affektiver sowie ideologischer Anschluss für bestimmte Männer an die AfD und Pegida als Versuch männlicher Resouveränisierung attraktiv ist.

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Nachtrag zur Demo

Liebe Freund*innen,

vielen Dank für die tolle Demo heute! Es war eine ganz wunderbarer und kämpferischer feministischer Kampftag mit euch.

Leider eskalierte die Polizei unsere Demo heute! Falls ihr selbst von Repressionen betroffen wart oder welche mitbekommen habt, könnt ihr ein Gedächtnisprotokoll anfertigen (auf Internetseite der roten Hilfe steht eine Beschreibung, wie mensch ein Gedächtnisprotokoll anfertigt http://rhffm.blogsport.eu/) und zum Info- und Beratungsabend der roten Hilfe mitbringen (jeden 2. & 4. Montag im Monat von 20 bis 22 Uhr im Cafe Exzess, Leipzigerstr. 91). Ihr könnt uns zudem gerne eine Email schreiben.

Solidarische und kämperische Grüße!

8. März Bündnis für queer-/feministische Kampftage (Ffm)

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