Hier ein Veranstaltungshinweis: Kurdische Frauenrechtsaktivistinnen aus dem Nord-Irak berichten

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22.02 (Donnerstag) ab 19:30

Im Studierendenhaus Uni Frankfurt

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Viele Frauen und Mädchen im #Irak und in Südkurdistan erlitten und erleiden Verletzungen ihrer grundlegenden Würde und erfahren seit Jahrzehnten verschiedene Formen von Gewalt innerhalb fest verankerter patriachaler Machtverhältnisse der irakischen wie kurdischen Gesellschaft, ebenso durch bewaffnete Konflikte, insbesondere unter der terroristischen Gruppe #Daesh (sog. #IS).

Kürzlich versuchten konservative religiöse Politiker im irakischen Parlament eine Änderung des Personenstandgesetzes durchzusetzen, wonach u.a. das Ehefähigkeitsalter der Mädchen von derzeit 18 auf 9 Jahre herabgesetzt werden sollte. Durch den vielschichtigen Protest von Frauenrechtler*innen und Aktivist*innen konnte der Beschluss über das Gesetz vorläufig abgewendet werden. Sie arbeiten nun an einem Gesetzesentwurf gegen häusliche Gewalt. In der kurdischen Autonomieregion hingegen führten Frauenrechtskämpfe bereits zur Verabschiedung eines Gesetzes zum Verbot der Vielehe und Vergewaltigung in der Ehe.

Die Frauen der Organisation #Rewan werden über ihre Kämpfe und die Situation in Südkurdistan und dem Irak berichten – Was sind Perspektiven, Schwierigkeiten und Erfolge? Wie können sich Menschen hier solidarisch zeigen und welche politischen Überschneidungen und Unterschiede gibt es?

Rewan ist seit 1997 im autonomen kurdischen Gebiet (#Nordirak) aktiv im Kampf gegen Gewalt an Frauen und für deren Selbstbestimmung. Zu ihren Arbeitsbereichen zählen Dokumentation von und psychologische sowie rechtliche Beratung für Frauen und Mädchen, die von häuslicher, sexualisierter Gewalt, Genitalverstümmelung (FGM – Female Genital Mutilation), Vielehe, Kinderehe, Frauenmorden und Frauenverbrennung bedroht und / oder betroffenen sind. Mit ihrem Schwerpunkt auf Medienarbeit ermutigen sie Frauen, sich gesellschaftlichen Einfluss und Anerkennung zu erkämpfen, ihre eigenen gesellschaftlichen Visionen zu entwickeln und zu verwirklichen ohne sich darin den Männern zu verpflichten.

Die Aktivistinnen reisen an, um Öffentlichkeit für die Lage der kurdischen Frauen zu schaffen, wünschen sich solidarischen Austausch und hoffen auf Vernetzung. Wir wollen während dieser Veranstaltung von den Freundinnen lernen, herausfinden was uns verbindet und wie wir ihre Arbeit unterstützen können.

Der Eintritt ist kostenlos. Spenden für die Unterstützung der Organisation sind erwünscht.

Eine Veranstaltung der Unterstützer*innengruppe Rewan und des Autonomes Frauen Stern Lesben-Referat Frankfurt, mit Unterstützung von medico international

 

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Abtreibung, reproduktive Rechte, Körperpolitiken und sexuelle Selbstbestimmung – Ein Abend zur Einstimmung auf den Internationalen Frauen*kampftag am 8. März 2018

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31.01.18 (Mittwoch) ab 19 Uhr

Lesbisch-Schwules Kulturhaus, Klingerstraße 6 (Nähe Konstablerwache)

Professorin Ulrike Lembke (FernUniversität in Hagen) berichtet über den Prozess gegen die Frauenärztin Kristina Hänel, der im November 2017 begann und den Lembke für den Deutschen Juristinnenbund beobachtet. Hänel wurde vom Amtsgericht Gießen zu einer Geldstrafe verurteilt, weil sie auf ihrer Homepage darüber informiert, dass sie Abtreibungen vornimmt. Das Gericht sieht darin einen Verstoß gegen den Paragraphen 219a des Strafgesetzbuches, der Werbung für Schwangerschaftsabbrüche unter Strafe stellt. Die Ärztin will dies – mit breiter feministischer Unterstützung im Rücken – nicht hinnehmen und bringt derzeit das Thema Schwangerschaftsabbruch und Selbstbestimmung über den eigenen Körper, die eigene Reproduktionsfähigkeit und schließlich die eigene Sexualität endlich wieder auf die politische Tagesordnung. Dies hat in Zeiten, in denen Rechtspopulisten von einem Ministerium für Bevölkerungspolitik träumen, nochmals besondere Bedeutung.

Als Einstimmung auf den Internationalen Frauen*kampftag am 8. März 2018 nehmen wir den aktuellen Prozess als Anlass alte-neue Fragen feministischer Politik zu diskutieren:

Wie sieht es mit reproduktiver und sexueller Selbstbestimmung in der Gesellschaft und im Recht aus? Wer hat Rechte gewonnen, wer wurde vergessen? Wie kann es sein, dass wir nach einem halben Jahrhundert immer noch gegen §§ 218ff auf die Straße gehen müssen? Warum und wie funktioniert die Kontrolle weiblicher und queerer Körper im öffentlichen Raum? Was können (queer-)feministische Politiken ändern – und wie vermeiden wir ihre rechtspopulistische oder neoliberale Vereinnahmung?

 

8. März Bündnis für queer-/feministische Kampftage (Ffm)

“My body my choice – Our* riots Our* voice”